6. Oldtimertreffen am Oberwerder

Nun schon zum sechsten Mal trafen sich kurz vor den Sommerferien die Freunde alter Fahrzeuge in Grimma am „Oberwerder“. Veranstalter sind der Spediteur Peter Brumlich und der Gastwirt Mario Hofmann von Vogels Ballhaus.  Auch in dieser Runde hatten die Veranstalter Petrus auf ihrer Seite und waren am Samstag ab 10.00 Uhr zum Empfang von Fahrzeugen und Fahrern bereit. Und diese sollten reichlich kommen. Lassen wir nun erst einmal einige Oldies Revue passieren. Als Moderator agierte Peter Patz aus Zeithain im Outfit der zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Und nicht genug dessen, er war natürlich selbst Aussteller und stellte sein Dreirad Universal aus dem Jahr 1927 vor, dass er später noch versuchte in Fahrt zu bringen. Manche der alten Schätzchen hatten schon von der Anreise genug und sind bei der Anmeldung ausgegangen, so auch ein Uralmotorrad mit Seitenwagen. Nach mehren Versuchen die Maschine zu starten, trat der Fahrer erst einmal heftig gegen die selbige und dann sprang diese wieder an. Allerdings ist das nicht der Umgang, den die Freunde der alten Technik mit ihren Lieblingen pflegen, sondern die absolute Ausnahme. Eine  besonderer Erscheinung auf einem solchen Treffen sind Fahrzeuge aus Werdau vom Typ G 5.   Der in den vierziger Jahren des vergangenem Jahrhunderts entwickelt Lastwagen wurde dann in der DDR vor allem als Militärlaster gebaut. Nun standen die Traktoren an der Anmeldung Schlange. Und wenn diese an einem vorbeifahren, hört man den unterschiedlichsten Sound aus den Auspuffen. Wie immer werden die Oldtimerfreunde zum Treffen im Vorfeld angeschrieben. 103 hatten mit einer Meldung geantwortet. Aber bald war klar, das werden mehr und die Organisation war darauf bestens vorbereitet. Gegen elf Uhr dreißig ergriff Peter Brumlich das Mikrofon und begrüßte alle Teilnehmer und Gäste auf das herzlichste. Mitveranstalter Mario Hofmann war zu diesem Zeitpunkt schon fest in der Küche gebunden.

Als zweiter Mann begrüßte dann Enkel Ben Zupfer in bester Moderatorenform die Gäste.

Natürlich blieben auch die Besucher bei dieser Eintrittsfreien Veranstaltung nicht aus. Im Gegenteil, das Oldtimertreffen am Oberwerder ist zu einem Tag für die ganze Familie geworden.Am Eingang standen die Motorräder und auf der anderen Seite schlossen sich die PKW’s an. Auf dem Betriebshof von Peter Brumlich standen dann die Lastwagen. Und die Traktoren waren in Richtung Sportplatz aufgestellt. Die Veranstaltung wird auch von der Freiwilligen Feuerwehr in Grimma genutzt, um ihre Gegenwartstechnik im kleinen Maße zu zeigen und vielleicht den einen oder anderen für den Einsatz bei den Brandschützern zu gewinnen. Wie wichtig das ist, sollte sich Minuten später beweisen. In aller Eile wurden die Fahnen, die an der Drehleiter im Winde flatterten eingeholt, an die Seite verfrachtet und das Fahrzeug marschbereit gemacht und ab ging es mit Blaulicht zum Einsatz. So manche Mutter und Ehefrau meinte beim Anblick der Auslagen der Händler „Schrott“! Liebhaber der alten Technik sehen das naturgemäß ganz anders. Vom Vergaser über den Regler für die Gleichstromlichtmaschine bis hin zu diversen Kleinteilen war vieles vorhanden und fand seine Interessenten.

Schauen wir uns nun noch einige Fahrzeuge näher an:

Ein ZT 300 heute in Fremdiswalde zu Hause ist 1969 gebaut worden. Mit dem vier Zylinder Dieselmotor aus Schöebeck leistet er 90 PS. Die Fahrerkabine ist nach 48 Jahren noch genauso übersichtlich wie knapp instrumentiert. Um Geräusche zu dämmen sind Ohrschützer vorhanden und die Klimaanlage sucht man vergebens. Aus der damaligen CSSR wurde Traktoren aus der Zetor Baureihe importiert. Die in grün gehaltenen Schlepper mit ihrem 5,5 Liter Motor brachten es auf 50 PS. Eine weitere Rarität ist eine Dieselameise aus Waltershausen. Ein Vorläufer der Baureihe Multikar. Seine Besonderheit ist die Wippe, auf der der Fahrer steht und mit seiner Gewichtsverlagerung das Fahrzeug lenkt. Bei den Autos fanden wird einen der letzten Trabants der Braureihe Trabant 1,1 interessant. Hier wurde alles aufgeboten was der nunmehr 41 PS starke kleine aus Zwickau so leisten konnte. Ein Anhänger dran und das Dachzelt, das eine Firma aus Limbach Oberfrohna herstellte oben drauf. Und zu allem Schluss noch das Werbeschild der damaligen Discounterkette „Allkauf“ als Verkaufswerbung. Und noch ein Schätzchen aus längst vergangenen Zeiten. Ein Fiat 508 Ballina war mit 4 Zylindern einem Liter Hubraum und 22 PS seit 1932 unterwegs. Das Warnschild am Heck „Winkerbetrieb“ verweist junge Verkehrsteilnehmer darauf, dass die Fahrtrichtungsänderung damals mit einem Winker angezeigt wurde. Und nun zu den Lastern. Ein H6 mit stolzen 150 PS aus dem Jahr 1956 hat das Fuhrunternehmen Hary Lehne war gerade frisch Restauriert und machte zum Oldtimertreffen seine 2. Ausfahrt.  Und der Veranstalter selbst stellte seinen schmucken S 4000 mit der Anmeldungsnummer 2 den Besuchern vor. Auch in diesem Jahr war ein Fleischerbus für Rundfahrten durch Grimma an Ort und Stelle.

Der Veranstalter begrüßte den zweihundertsten Aussteller, einen Mopedfahrer, mit einer Flasche Sekt. Und wie immer wird am Ende abgerechnet und dann steht ein neuer Beteiligungsrekord von 205 zur Schau gestellten Fahrzeugen zu Buche. Ein Kaffee- und Kuchenbasar der Jugendfeuerwehr Grimma rundete die durch und durch gelungene Veranstaltung ab.

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