15. Muldentaler Biker- & Trikertreffen

Wenn rund 350 Trikes und Motorräder aller Art, an einem Samstagvormittag um den Markt und durch Grimma knattern, dann kann das nur eines bedeuten. Die Kartoffelkäferbande lud zur großen Sause. Seit mittlerweile 15 Jahren veranstalten die Käfer am Münchteich jedes dritte Wochenende im September das “Muldentaler Biker- und Trikertreffen”. Vom 14 zum 17 September verwandelte sich der Zeltplatz in eine Art Mekka der Bikerszene. Der Zulauf war gewaltig. Nicht nur aus fast allen Bundesländern kommen die Gäste, sondern auch aus der Tscheschei, Polen, Luxemburg, der Schweiz und sogar schon aus Italien. Mit 720 km Anreise waren es in diesem Jahr zwei Schweizer aus Zürich mit der weitesten Anreise. Dieses Jahr trudelten bereits am Dienstag die ersten Biker ein. Gute 2000 Maschinen waren erwartet, keine leichte Auflage für die 46 Mitglieder des Vereins. Zu den jährlichen Besuchern können die Käfer auch auf einige Stammgäste zählen.

Ines Urban, Kartoffelkäferbande Grimma e.V.:

Also es gibt ganz viele, die vom ersten Treffen an, was wir gemacht haben da sind. Sie kommen bei Wind und Wetter, es ist ganz egal, wie es da ist. Das finde ich wunderschön! Man entwickelt einen sehr familiären Bezug zu den Leuten, man kennt sich. Es ist einfach schön. Also es gibt ganz viele, die schon ganz viele Jahre kommen.

Eine Freundschaft pflegen die Kartoffelkäfer besonders gern. Es ist die zum 1928 gegründeten und damit ältesten Harley-Club der Welt, dem Harley-Davidson-Club Prag. Armin Locker oder auch “Hoske” war bei den Käfern dabei und wurde in Prag Mitglied.

Ines Urban, Kartoffelkäferbande Grimma e.V.:

Dann hat er eben mal gesagt „Mensch, wollt ihr mal mitkommen?“ Das nennt sich dort die erste und zweite Meile, also kleine und große. Dann sind wir vor ca. 14 Jahren das erste Mal mitgefahren. Da wir ja kein tschechisch können, ist es gar nicht so einfach gewesen. Am Anfang war auch alles ein bisschen distanziert. Es waren wohl auch schon früher Deutsche dort und die haben sich so ein bisschen wie die Großen aufgeführt. Dort sind wir dann so ganz langsam als Freunde reingekommen. Also das war wirklich nicht von Anfang an so. Seit vielen Jahren ist es aber jetzt so, dass wir wirklich ganz herzlich miteinander verbunden sind. Sie uns auch ganz gern besuchen und wir sie auch ganz gern besuchen. Es ist eine richtig herzliche Freundschaft.

Der Samstagnachmittag gilt traditionell den beliebten Bikerspielen. Egal ob Sackklopfen, Eier-Zielwerfen, Lenkersaufen oder Bierski-Laufen. Der Spaß steht hier an erster Stelle. Auch die Jugend durfte ran, dabei wurde das Bier natürlich mit Fassbrause ersetzt. Los ging es mit dem Kugellagerstemmen.

Bei den Frauen gewann dabei deutlich Conny mit anderthalb Minuten und bei den Männern machte Kraxel das Rennen, mit 45 Sekunden. Eierwerfen und Lenkersaufen sorgten dann für sichtlich Spaß bei Teilnehmern wie Zuschauern. Beim Eierwerfen mussten drei rohe Eier in der Schale auf dem Helm des Partners versenkt werden.

Weiter ging es mit dem Lenkersaufen. Der schnellste zog sein Bier in 10 Sekunden durch den Lenker. Beim Sackklopfen galt es den Gegner, von der Planke zu stoßen. War der Strohsack abhandengekommen wurden einige dabei sehr kreativ. Das Skilaufen bildete das krönende Ende der Spiele. Zu dritt ging es auf einem Paar Ski zuerst zum Tisch mit dem Bier zu laufen, dieses zu leeren und anschließend wieder zurückzulaufen. Die Prager machten sich daraus gern ihren eigenen Spaß.

Als die Teilnehmer für die lauteste Maschine antraten, gab es eine sichtliche Überraschung. Der Sieger war nicht der lauteste, wohl eher der nostalgische Sieger. Ein Victoriafahrrad aus den 1930er Jahren mit einem 1 Ps Motor von 1949 wurde zum Publikumssieger geklatscht.

Alle Sieger der Spiele konnten sich über einen handgefertigten Pokal freuen, welche jedes Jahr in mühevoller Arbeit gestaltet sind.

Die Kartoffelkäfer und ihre schwarz-gelb gestreiften Helme, gibt es bereits seit 59 Jahren. Die zündende Idee gab damals ein Rennfahrer.

Ines Urban, Kartoffelkäferbande Grimma e.V.:

Die fanden das toll, dass der Schwede den gestreiften Helm hatte. In DDR-Zeiten gab es nur weiße Halbschalen. Vielleicht auch mal ein bisschen angestrichen in blau oder grün. Und da fanden die das toll, das Schwarz-Gelb-Gestreifte. Da sagten sie „Mensch, das machen wir auch“. Weil sie dann immer mit den Helmen herum gefahren sind, haben die Grimmaer dann gesagt „Ihr seht aus wie Kartoffelkäfer.“

So entstand der Name “Kartoffelkäferbande”. Ines und Thilo Urban führen ihn nun als Verein. Die Gründer sind heute Ehrenmitglieder und fahren mit 80 Jahren teilweise noch selbst.

Nils Geldner

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