“Auf die Bremse, fertig, los!” in Wurzen

“Auf die Bremse, fertig, los!“ hieß es im September für drei Tage an Wurzens Grundschulen. Ein Projekt der gemeinnützigen Gesellschaft für Kriminalprävention und Verkehrssicherheit, kurz gGKVS. Deutschlandweit ist die Gesellschaft in Grundschulen zu Gast, um Verkehrserziehung zum Schutz von Schulkindern durchzuführen und die Verkehrsteilnehmer durch Öffentlichkeitsarbeit dafür zu sensibilisieren. Dazu gehört, dass Kinder lernen, Geschwindigkeiten und Bremswege besser einzuschätzen. Deshalb ging es zunächst zwei Stunden in die Turnhalle. Es galt, vorbereitete Laufbahnen mit dazugehörigen Aufgaben zu meistern. Diese zielten auf verschiedene Bereiche des Verkehrs ab und sollen Zusammenhänge zwischen Reaktionszeit, Anhalteweg und Geschwindigkeit vermitteln.

Jennifer Ammon, Mitarbeiterin Verkehrserziehung gGKVS:

In der Turnhalle lernen die Kinder auf spielerische Art die Geschwindigkeit besser einzuschätzen, z.B. mit Medizinball- Übungen oder auf dem Rollbrett. Lauf’ ich ohne Medizinball schneller? Brauche ich mit dem Medizinball länger? Oder mit dem Rollbrett? Wie fühlt es sich jeweils an, wenn ich bremse oder langsam fahre? Sie lernen anhand der Reaktion ihres Rollbretts aber auch etwas über den Bremsweg. Diese Beobachtungen werden dann mit dem Straßenverkehr verglichen und dem Bremsweg, den Autofahrer haben.

Los ging es mit dem Einschätzen von Geschwindigkeiten und der Frage: “Ist der direkte Weg schneller oder geht’s im Slalom besser?” Einig waren sich dabei aber noch nicht alle Kinder. Auch der folgende Kurs zielte darauf ab. Hier sollte die Strecke zuerst mit dem Medizinball absolviert werden und dann ohne. Aber wie ist man nun schneller? Dann durften die Kinder selbst einmal ‚Gas geben‘. Auf einem Rollbrett ging es durch die Turnhalle, aber was passiert, wenn etwas in den Weg springt?

Warum werden diese Übungen gemacht? Übertragen auf den Straßenverkehr wird es schnell klar. Auch hier gibt es plötzlich auftauchende Hindernisse. Die Kinder erfahren nun selbst, wie schwierig es werden kann, solchen Hindernissen auszuweichen. Dabei stellen die Kinder eines fest: Es macht zwar Spaß, schnell voranzukommen, aber dann wird auch das Bremsen und Anhalten zunehmend schwieriger. Eine Feststellung, die ihnen hilft, auch im Straßenverkehr Verkehrssituationen besser einzuschätzen und sie vor Unfällen schützen kann. Dann ging es an die Straße vor der Schule. Vor der Diesterweg-Grundschule ist Tempo 50 angeordnet. Heute konnten die Schüler prüfen, ob sich auch die vorbeifahrenden Autofahrer daran halten. Zu diesem Zweck hatte Jennifer Ammon schon ein Messgerätaufgebaut und die Kinder wurden mit Bewertungs-Schildern ausgestattet. Fuhr ein Autofahrer zu schnell, gab es den roten Daumen nach unten, fuhr er Tempo 50 wurde er mit einem grünen Daumen, der nach oben zeigt, belohnt. Die Kinder hatten sichtlich Spaß dabei, das Fahrverhalten der Erwachsenen zu bewerten. Anders ist es bei der Ringelnatz-Grundschule gewesen. Dort gilt Tempo 30 vor der Schule.

Jennifer Ammon, Mitarbeiterin Verkehrserziehung gGKVS:

Bis auf zwei Leute haben sich alle an die Regeln gehalten. Es ist sehr wenig Verkehr, was ja auch den Kindern zugutekommt. Wir haben hier an der Stelle auch gleich noch einen Zebrastreifen. Dort sollen auch die Kinder lernen lieber zu warten und zu gucken, bevor sie über die Straße gehen, weil sich nicht jeder Autofahrer an die Regeln hält.

Am Ende gab es als Belohnung einen Tempo-Sheriff-Stern für den Schulranzen, der gleichzeitig auch als Reflektor für den Schulranzen fungiert, und eine Urkunde für das Klassenzimmer. Dass Projekte wie diese, Sinn machen und auch notwendig sind, belegen traurige Zahlen. Alle 18 Minuten verunglückt ein Kind auf Deutschlands Straßen.

Jennifer Ammon, Mitarbeiterin Verkehrserziehung gGKVS:

Man hat sehr oft in den Nachrichten jetzt gelesen, dass gerade zum Schulanfang verstärkt Verkehrsmessungen vor Schulen gemacht werden. Gerade die Erstklässler brauchen da Schutz. Auf jeden Fall sollten Kinder so früh wie möglich lernen, dass sie im Straßenverkehr aufpassen müssen und dass Erwachsene sich nicht immer an die Regeln halten.

Daumen hoch für den Schutz und die Sicherheit unserer Kinder, denn Kinder sind unser höchstes Gut. Jeder kann mitmachen und das Projekt unterstützen! Werden Sie aktiv, damit es gar nicht erst zu Unfällen kommt. Mit dem Schulwegsicherheitsprojekt „Auf die Bremse fertig, los!“ erarbeiten Projektmitarbeiter mit den Kindern die Gefahren im Straßenverkehr und machen Sie fit für den Schulweg. Gleichzeitig machen sie auf diese Weise die Öffentlichkeit auf das Thema aufmerksam.

Wenn auch Ihnen der Schutz der Kinder am Herzen liegt, dann kontaktieren Sie die gGKVS unter 040 866 460 55, die Mitarbeiter stellen Ihnen das bundesweite Projekt gerne näher vor.

Nils Geldner

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