Neuer Standort des Förder- und Fachbildungszentrum

Am 1. September war es endlich soweit. Gerlind Berndt, Leiterin der Niederlassung Leipzig 1 des SIB, übergab den symbolischen Schlüssel für den neuen Standort des Förder- und Fachbildungszentrums in Wurzen. Sachsens Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft lobte die nun sehr guten und zeitgemäßen Arbeitsbedingungen. Er machte zur Einweihung auch klar, dass er sich weiterhin für den Abbau der Bürokratisierung in der Landwirtschaft einsetzen werde. Maßgaben in Zukunft sollen allein EU-Förderrichtlinien sein. Eine Neuausrichtung, bzw. Überarbeitung, muss also her. Im Fachjargon “ELER-Reset” genannt.

Petra Bretschneider, Leiterin des Förder- und Fachbildungszentrums Wurzen:

Das sind diese investiven Förderrichtlinien, die es bei dem ELER-Reset betrifft. Dort war es eben so, dass man zum Teil Landesrecht, Bundesrecht und EU Recht, eigentlich alles erfüllen wollte. Aber mittlerweile sind wir dazu gekommen und haben gesagt, dass man sich ja auf das EU Recht beschränken kann. Alles andere hat damit nichts zu tun. Das Geld kommt ja von dort. Wir konzentrieren uns nun eben nur noch auf diese Vorschriften und dort sind ganz konkrete Vorschläge gemacht worden, die ich jetzt im Einzelnen nicht so erläutern kann, wo auch die EU jetzt langsam sagt „ja ok ihr habt Recht.“

Weiterhin kehrt auch die Servicestelle des früheren Amtes für Landwirtschaft an den ursprünglichen Standort Wurzen zurück. Bis Juli 2017 war das Zentrum in Mockrehna, untergebracht. Damit hier aber wieder neues Leben einziehen konnte, musste Saniert werden. Keller bis zweites Obergeschoss wurde im Wesentlichen belassen. Das alte Satteldach wich, zur Schaffung weiter Büroräume, einem funktionellen Flachdach. Es entstanden gut belichtete Arbeits- und Beratungsräume mit Blick über Wurzen.

Die alte Fassade wich einer moderneren und schlichteren Wärmedämmung und steigert zugleich die Energieeffizienz. Die Baukosten betrug ca. 2,8 Million Euro. Finanziert durch EU-Fördermittel, sowie durch Steuermittel. Jetzt arbeiten hier 44 Bedienstete arbeiten 875 m² für Büro-, Schulungs- und Besprechungsräume.

Hinter dem etwas sperrigen Behördennamen verbergen sich Dienstleistungen für die Landwirte in drei Sachgebieten.

Petra Bretschneider, Leiterin des Förder- und Fachbildungszentrums Wurzen:

Das ist einmal das Sachgebiet 1 Ausgleichs- und Direktzahlungen. In dem Bereich geht es vor allem direkt um die Flächen von den Landwirtschaftlichen Betrieben. Da die Landwirte mit den zum Teil sehr geringen Produktpreisen, die sie bekommen, nicht gewinn- oder kostendeckend arbeiten können, bekommen sie vom Staat bzw. von der EU noch eine Ausgleichszahlung. Diese ist aber an viele Bedingungen geknüpft. Die Landwirte stellen für diese bei uns einen Antrag und wir kontrollieren dann im Sommer auf dem Feld, ob das, was im Antrag stand auch so stimmt. Dann bekommen sie im Dezember die Zahlung, die ihnen dafür zusteht.

Das Hauptgebiet des Zentrums. Im Gebiet Bildungs- und Fachrecht geht es primär um die Pflanzliche Produktion. Das Sachgebiet Naturschutz, als Drittes, gibt es seit 2009.

Petra Bretschneider, Leiterin des Förder- und Fachbildungszentrums Wurzen:

Hier werden vor allem investigative Naturschutzmaßnahmen gefördert, für den Artenschutz z.B., wie ein Storchennest, was erneuert werden muss. Das wird gefördert. Hier können die Antragssteller Vereine, Landwirte oder eben auch Privatpersonen sein. Streuobstwiesen werden hier gefördert. Also in der Hinsicht gibt es auch viele Interessenten, die bei uns vorstellig werden.

Über 600 Landwirte in Nordsachsen und nochmal so viel im Landkreis Leipzig werden hier, primär zum Thema Ausgleichs und Direktzahlungen, betreut.

Nils Geldner

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