130 Jahre Philatelisten in Grimma

Der Ostgiebel des Grimmaer Rathauses lag im schönsten Sonnenschein und der Tag versprach einer der schönsten des Herbstes 2017 zu werden. Und genau an diesem Tag veranstaltete der Grimmaer Philatelistenverein seine Jubiläumsausstellung anlässlich seines 130-jährigen Bestehens. Man will es als Außenstehender kaum glauben, selbst kurz nach acht Uhr waren schon die ersten Besucher in der Ausstellung. Den 15. Oktober hat man in unserer Region zum Tag der Briefmarke ausgerufen. Von der Deutschen Post AG gab es dafür und für die 130 Jahre des Bestehens des Philatelistenvereins in Grimma auch noch einen Ersttagsstempel in rechteckiger Form. Dieser hatte ein eingedrucktes Postwertzeichen, das das alte kaiserliche Postamt von Grimma zeigt. Wie kann es auch anders sein, die Briefmarkenfreunde unterscheiden da sehr genau, ob das Postwertzeichen ein aufgeklebtes oder ein eingedrucktes ist. Und da es in Deutschland kein Postministerium mehr gibt,  ist der oberste Dienstherr, was die Postwertzeichen betrifft, der Bundesfinanzminister. Aber mal ehrlich, wann haben Sie zum letzten Mal eine Briefmarke verwendet oder greifen Sie nicht viel lieber auf E-Mails zurück. Daraus ergab sich für uns die Frage an den Vereinsvorsitzenden Stefan Lehn, welche Bedeutung haben heute noch Postwertzeichen?

Stefan Lehn, Vorsitzender Philatelistenverein Grimma 1887 e. V.:

Die Briefmarke ist nach wie vor wichtig, um die Nachrichten, die Menschen verschicken wollen, ob Brief oder Postkarte, zu entwerten. Dann ist sie Transporteur unserer Kultur des Landes und der Region, die dort abgebildet ist und bringt uns in aller Welt zur Geltung.

Neben den Briefmarken waren auch Autogrammkarten und Postkarten zu sehen. Jedes war eine Welt für sich.

Bei den Postkarten wurde eine Privatpostkarte aus dem Jahr 1900 gezeigt, die ihren Weg in die USA angetreten hatte. Darüber hinaus sahen wir eine Postkarte von den Olympischen Spielen 1936 in Deutschland. Wir wollten nun auch das Postwertzeichen von Grimma sehen. Aus der  Reihe Dauermarken mit Sehenswürdigkeiten ist auch der Westgiebel des Rathauses von Grimma abgebildet. Und ein kleines Novum hat dieses Postwertzeichen auch noch. Es ist in zwei Währungen erschienen. Einmal in D–Mark zum Wert vom 3,- DM und ab 2001 zum Wert von 1,53 Euro.

Aber dann wollten wir noch einiges zum Verein der Philatelisten in Grimma von dessen Vorsitzenden erfahren.

Stefan Lehn, Vorsitzender Philatelistenverein Grimma 1887 e. V.:

Unser Verein existiert bereits, wie Sie schon sagten, 130 Jahre lang. Das hat nicht jeder Verein nachzuweisen. Wir sind hier der älteste Briefmarkensammlerverein in der Region. Interessant ist natürlich, dass der Verein sich gehalten hat über die vielen politischen Systeme hinweg.

Fast zu jedem Thema dieser Welt oder Europas sind Postwertzeichen oder Postkarten entstanden. So sieht man, welche zum Thema Sachsen meine Heimat, aus Österreich kommen Briefmarken über den Papst aus Deutschland und über Pilze aus Europa lässt sich auch trefflich eine Serie gestalten. Natürlich dürfen auch Postkarten aus Grimma in dieser Ausstellung nicht fehlen.

Und zum Abschluss wollten wir noch wissen ob Postwertzeichen eine Geldanlage sind?

Stefan Lehn, Vorsitzender Philatelisten verein Grimma 1887 e. V.:

Nein. Also für unseren normalen Sammler, da sehe ich unsere, die hier im Verein organisiert sind oder den Normalbürger – da kann man nicht mehr von Geldanlage sprechen. Das ist eine reine Freizeitbeschäftigung, Freude am Sammeln und Gestalten. Geldanlagen, klar gibt es die, aber die spielen in einer anderen Liga. Da Verschwinden eben Marken, wie die “Mauritius” oder die “Britisch Guayana” von einem Tresor zum anderen Tresor, die werden dann in England versteigert oder in großen anderen Auktionshäusern. Das hat aber mit Briefmarkensammeln an sich, so wie wir es hier betreiben, nichts zu tun.

Mit diesen Auskünften verabschieden wir uns von den Philatelisten und ihrem Mikrokosmos aus Grimma und wünschen dem Verein ein weiteres erfolgreiches Weiterbestehen.

Rudolf Brendel

 

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1 Kommentar

  1. Schade, das im Vorfeld nicht mehr Werbung für die Philatelie im Muldental gemacht wird. Wem nützt es im Nachhinein von so einem Event zu erfahren. Man braucht sich
    dann nicht über “Nachwuchssorgen” zu wundern. Ich habe mehrfach den Verein
    darum gebeten,Sammlern,wie mich,welche ständig auswärts beruflich tätig sind, die
    Chance zu geben am Wochenende gemeinsam aktiv zu werden. Bei Ruhestandsempfängern
    sollte das doch 1-2x im Jahr möglich sein. Ich bin, Herr Lehn Sie kennen mich,
    Spezialsammler von DDR** und beschäftige mich mit dem “Richter-Katalog”. Würde
    gern auh ein Referat über “Richter-Kataloge” halten, aber eben nur an einem Samstag.
    mit freudlichen Grüßen
    Christian John

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