Linke kämpfen weiterhin für Stadionerhalt

Stadion der Freundschaft
Stadion der Freundschaft

“Und täglich Grüßt das Murmeltier” könnte man, angesichts der immer wieder aufflammenden Diskussion um die Ansiedlung des REWE Marktes, zutreffend behaupten. Wir haben im Februar diesen Jahres versucht Licht ins Dunkel zu bringen und das Thema beleuchtet. Auch da kritisierte die Stadtratsfraktion der Linken bereits die “paradoxe Haushaltspolitik”. Die Debatte um Sinn oder Unsinn des Neubaus schaltete sich auch die IHK Leipzig mit einer Stellungsnahme ein und bemängelte Sortimentsüberscheidungen zwischen sechs Geschäften allein zwischen Markt und Nicolaiplatz. Der geplante Rewe verschärfe dies Situation nur weiter und spricht auch von Verdrängungswettbewerb. Auch die Regionale Planungsstelle des Planungsverbandes Leipzig Westsachsen sieht es kritisch, dass in ein hochwassergefährdetes Gebiet ein Supermarkt gebaut werden soll. Mehr Leerstand wird befürchtet, eine einhergehende sinkende Attraktivität der Innenstadt, was zu sinkenden Umsätzen der Innenstadthändler führe und letztendlich zu mehr Leerstand. So zumindest das befürchtete Szenario der Vertreter der Linken im Stadtrat.
Für erneuten Aufruhr sorgt nun die Ankündigung einer Petition, ebenfalls gestartet von den Linken Grimma/Colditz. In einer Pressemittelung vom 14. Juli, unter dem Titel „Für den Erhalt des Stadion der Freundschaft in Grimma“ bemängeln sie offen die mangelnde Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger in die Entscheidungsfindung und das bewusste Kleinhalten der öffentlichen Debatte.
“Mit unserer Petition wollen wir nun allen Einwohnerinnen und Einwohnern der Stadt Grimma die Möglichkeit geben, sich mit ihrer Unterschrift für den Erhalt des Stadions der Freundschaft einzusetzen und gleichzeitig ein Zeichen für mehr Bürgerbeteiligung und Demokratie zu setzen.“ so Schöpe weiter. „REWE ist ja kein barmherziger Samariter […]. Im Gegenteil ist REWE ein gewinnorientiertes Unternehmen, welches gerade für Innenstadthändler mit Sortimentsüberschneidungen, durch seine Marktmacht eine erhebliche Konkurrenz darstellt.”, das ist auch kaum von der Hand zu weisen.
Geht es nach Oberbürgermeister Matthias Berger soll es diesen September endlich an die Umsetzung des Bauvorhabens gehen. Was auch naht, ist das Ende des Bewilligungszeitraums am 30.06.2019. Bis dahin muss das Vorhaben durchgeführt sein. Eine breite Mehrheit im Stadtrat weiß er hinter sich, beispielsweise die Freien Wähler und die Bürger für Grimma. Und nur wenige sind es, die seine Haltung nicht teilen können. Darunter die Linken. Die kreiden die, aus ihrere Sicht, ebenfalls ungenügende Kommunizierung, dass das Stadion der Freundschaft für rund 500.000 Euro stark zurückgebaut werden muss. Darunter fallen das alte Vereinsgebäude samt Umkleideraum, Sanitäranlagen, Clubgaststätte und Büroräume. Weiter die Eingangsgebäude, die Kassenhäuser, sämtliche Blockhütten und der Rückbau der Steh- und Sitztribüne. Übrig bleiben der Flachbau und der Rasenplatz. Außerdem sehen sie die Finanzierung noch längst nicht in trockenen Tüchern, denn der Erlös für den Kauf des Grundstückes wird erst mit Vorlage der Baugenehmigung gezahlt. Die finanziellen Risiken scheinen nicht unerheblich, was aber der Stadionneubau in den ehemaligen Husarenkasernen ebenfalls ist. Der Vertrag zum Verkauf der Fläche ist notariell beurkundet und der Bebauungsplan seit Mai zur Prüfung beim Landratsamt eingereicht. September ist als Baustart anvisiert. Ein Statement zu der Petition gibt es aus der Stadtverwaltung bisher nicht.

Egal ob der nahende Wahlkampf seine Schatten voraus wirft, denn mehr politische Teilhabe ist seit Jahren ein Programmpunkt der Partei, lässt sich über die Petition wieder vortrefflich streiten. Bringt sie doch die eine politische Partizipation in die Auseinandersetzung. Fakt ist aber auch, wenn die Thematik im Stadtrat und auch unter den Einwohnern vollends akzeptiert wäre bzw. mehr öffentliche Aufklärung stattgefunden hätte, würde es diese Situation so nicht geben. Ob die Petition ihr Ziel erreichen wird bleibt ungewiss, denn sie kommt im Verlauf dieser Auseinandersetzung recht spät.

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Medienanhang:

Die Innenseite des Petitionsflyers, zum besseren Verständnis der Thematik (6MB)

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1 Kommentar

  1. Warum den Sportplatz verlegen wenn der Hochwasserschutz funktioniert dann kann alles so bleiben wie es ist .Der Innenstadthandel wird durch denVerdrängungswettbewerb weiter geschwächt .Dievorhandenen Märkte decken den Bedarf in Grimma und Umgebung ab.Ich als Innenstadthändler fühle mich in meiner Existenz bedroht.

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