Was tun bei nahendem Unwetter und Blitzunfällen?

Symbolfoto (pixabay/skeeze)
Symbolfoto (pixabay/skeeze)

Gewitter und Unwetter sind für weite Teile Deutschlands angekündigt. Das DRK erklärt, wie Sie im Ernstfall helfen können, wie Sie sich bei einem Gewitter verhalten sollten und wo Sie sicher sind. „Ein Blitz kann eine Spannung von mehreren Millionen Volt haben. Die Luft in einem Blitzkanal wird rund 30.000 Grad heiß.Das klingt erschreckend. Doch je schneller die Hilfe kommt, desto besser sind die Chancen zu überleben. Auch Menschen, die keine besonderen Kenntnisse in Erster Hilfe haben, sollten keine Zeit verlieren“, sagt DRK-Bundesarzt Prof. Peter Sefrin. Die Wiederbelebungschancen für Blitzopfer sind gut – wenn sie schnell erfolgen. Hier seine Tipps:

Tipp 1: Schnelle Hilfe rettet Leben – keine Gefahr für den Helfer!
Im Gegensatz zu anderen Elektrounfällen besteht unmittelbar nach dem Blitzschlag keine Gefahr für den Helfer. Bei Kreislaufstillstand beginnen Sie sofort mit der Wiederbelebung: Drücken Sie 30mal mit dem Handballen das Brustbein ca. 5-6 cm tief ein, und zwar mit einer Frequenz von 100 -120 Mal pro Minute. Es folgen zwei Atemspenden im Wechsel. Erhält ein Blitzopfer in den ersten fünf Minuten nach dem Einschlag Hilfe, haben die Wiederbelebungsmaßnahmen in mehr als 80 Prozent Erfolg. Doch die Folgen eines Blitzschlags auf den Körper sind sehr verschieden. Neben Verbrennungen kann es zu Knochenbrüchen oder Verletzungen nach Stürzen kommen, die versorgt werden müssen.

Bei Verbrennungen große Brandwunden nicht kühlen, nur die Wunde abdecken. Bei Knochenbrüchen oder Verletzungen nach Stürzen ist es wichtig, den betroffenen Körperteil möglichst nicht zu bewegen und ruhig zu stellen. In allen Fällen ist es wichtig, sofort den Notruf 112 abzusetzen und Verletzte nicht unbeobachtet zu lassen.

Tipp 2: Der beste Schutz: Häuser mit Blitzableiter und Autos
Zieht ein Gewitter auf, ist man in einem Gebäude mit Blitzableiter am sichersten. Autos, Wohnmobile oder die Kabine einer Seilbahn bieten den gleichen Schutz, denn ihre metallische Konstruktion wirkt wie ein Faradayscher Käfig und leitet eventuell einschlagende Blitze ab. Wichtig ist es dabei, die Fenster zu schließen.

Tipp 3: Im Freien: Machen Sie sich klein!
Wird man unterwegs vom Gewitter überrascht, gilt die Faustregel: Nicht der höchste Punkt in der Umgebung sein. Machen Sie sich so klein wie möglich. Mit eng zusammen stehenden Füßen und das Gewicht auf die Fußballen verlagernd in die Hocke gehen und mit den Armen die Knie umschlingen, wenn möglich in einer Bodenmulde. Lehnen Sie sich nirgendwo an. Auch in Gebäuden, wie Scheunen, Holz- oder Steinhütten sollte man sich in der Mitte des Gebäudes aufhalten und in die Hockestellung gehen. Radler und Reiter sollten absitzen und einen blitzgeschützten Ort aufsuchen. Meiden Sie Bergspitzen, Aussichtstürme, sowie einzelne Bäume oder Baumgruppen. Im Inneren eines Waldes mit gleichmäßig hohen Bäumen sind Sie einigermaßen sicher. Den Waldrand oder besonders hohe Bäume immer meiden.

Tipp 4: Wasser, weite Ebenen und Metall sind gefährlich
Schon beim ersten Donnergrollen heißt es, raus aus dem Wasser. Der Kopf bildet im Wasser den höchsten Punkt im Umkreis und ist ein sehr wahrscheinliches Ziel für den Blitz. . Wasser leitet die Energie des Blitzes. Gleiches gilt für Metall: Radfahrer sollten absteigen und sich ein paar Meter vom Rad entfernen.  Legen Sie Regenschirme und Wanderstöcke in sicherer Entfernung ab. Meiden Sie Masten, Antennen oder Metallzäune. Auch wer nicht direkt vom Blitz getroffen wird, kann verletzt oder getötet werden. Dort wo der Blitz einschlägt, verteilt sich die elektrische Energie kreisförmig und im Erdreich und kann auch im Umkreis Schaden anrichten.

Presseinformation des DRK

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