Offizieller Startschuss für „Muldental in Fahrt“

„Muldental in Fahrt“ liest und hört man derzeit des Öfteren. Das Projekt gilt als Vorzeigebeispiel im Freistaat. Der offizielle Startschuss ist mit Beginn des neuen Schuljahres, auf dem Grimmaer Marktplatz, gefallen. Mit namhaften Vertretern aus Politik, Wirtschaft und der Nahverkehrsbranche wurde im Rahmen einer Podiumsdiskussion der Mehrwert solcher Modellprojekte für die Menschen in den Landkreisen diskutiert. Staatssekretär Dr. Hartmut Mangold durchschnitt mit weiteren beteiligten des Projektes, wie Regionalbus Leipzig und MDV, das Symbolische Band und damit fiel der Startschuss für die zweite Stufe des Modellvorhabens „Muldental in Fahrt“. Landrat Henry Graichen erhofft sich von diesem Vorhaben einiges für den ländlichen Raum.

Landrat Henry Graichen

All‘ die Bereiche außerhalb von Borna, Grimma und Wurzen die gut mit dem Zug angebunden sind. Das wir die mit einem Busangebot versorgen, was in den Abendstunden, am Wochenende und auch auf die Züge getaktet fährt. Damit die Fahrgäste auch mit einfachen Umsteigen schnell nach Leipzig und auch wieder schnell zurück kommen.

Ebenso der Tourismus soll vom neuen Regionalbusnetz profitieren. Dafür sorgen sollen 336 Haltestellen, wovon 66 neu Eingerichten worden sind, neue Anbindungen und ein Taktfahrplan sowie längere Bedienzeiten morgens, abends, am Wochenende und auch in den Ferien. Drei Jahre Planungsarbeit sollen eine neue Qualität in das, Grund auf neu konzipierte, Regionalbusnetz bringen. Auch technisch wird aufgerüstet. 18 neue Niederflurbusse machen das Einsteigen einfacher machen, zusätzlich wird WLAN nachgerüstet. Eine grundsätzliche Systemumstellung funktioniert niemals reibungslos. Wichtig ist allen Projektpartnern, dass gerade der erste Zeitraum ab dem Fahrplanwechsel genau unter die Lupe genommen wird. Lotsen, Mitarbeiter der Busunternehmen und das MDV-Infomobil sind dafür in den ersten Tagen im Einsatz. Alle Anfragen und Bürgerhinweise werden aufgenommen und geprüft.

Landrat Henry Graichen

Neue Umsteigesituationen, neue Bushaltestellen, manchmal muss ich auch länger auf den
Bus warten, eine gewohnte Linie fährt nicht mehr. Das bitte ich zu entschuldigen.
Wenn Startschwierigkeiten bestehen sind die nicht Systembedingt, sondern sollen sich
wirklich nur auf den Start beziehen und sollten nach Möglichkeit nach den ersten
Tagen ausgeräumt sein. Wir werden für den Start auch Lotsen im Einsatz haben. Die
einfach mit helfen und begleiten, ansonsten stehen für Fragen aber auch Kritiken offen.
Denn daraus können wir ja auch nur lernen, da es ja auch wirklich ein Pilotprojekt ist.
Unsere Mitarbeiter aus dem Sachgebiet ÖPNV im Landratsamt stehen jederzeit zur verfügung. Aber im allerbesten falle auch Mitarbeiter vom Regionalbus, denn die Busfahrer und Fahrdienstleiter müssen das Umsetzen was jeden Tag auf der Straße passiert.

Für Oberbürgermeister Matthias Berger, der zur einer Podiumsdiskussion die Kommunen vertrat, könnte das Projekt durchaus Verbesserungen und Chancen bringen.

Matthias Berger – Oberbürgermeister der Stadt Grimma

Es ist so, das er natürlich eine Vielzahl von Dingen gibt, wie man den ÖPNV verbessern kann. In der Regel ist es so das man viele Konzepte erstellt aber nichts passiert. Aber ich will das mal einschränkend sagen, das Projekt hier könnte, die Akzeptanz der Bürger vorausgesetzt, ein Paradigmenwechsel sein. Denn wir konnten erst einmal noch ein paar Millionen staatlicherseits bekommen. Für ein Modellprojekt, was zu einer Vervielfachung der Bushaltestellen geführt hat. In Grimma wird das ganze in zwei Etappen funktionieren zuerst wird erst einmal der ländliche Raum an Bushaltestellen ausgebaut. Später wird es dann eine Vielzahl mehr in der Innenstadt geben und somit ein viel engeres Netz.

„Wir sollten die Chancen, die mit dem Projekt kommen, im Muldental nutzen“, so Berger weiter. Dass noch nicht alles reibungslos funktioniert hat er zum Schulbeginn selbst erlebt, trotzdem glaubt er an das Projekt.

Matthias Berger – Oberbürgermeister der Stadt Grimma

Natürlich ist die Umstellung, grade jetzt in den letzten Tagen, eine Herausforderung. Ich habe es grade selbst miterlebt, bei meinen Kindern, da war erst einmal helle Aufregung. Wichtig ist es
jetzt erst einmal das die Leute das ganze Akzeptieren. Damit der Omnibus zu dem wird was er eigentlich aussagt, ein Bus für alle. Denn wir haben uns hier im ländlichen Raum viel zu sehr dran gewöhnt mit dem Auto zu fahren. Wir müssen jetzt viel Werbung machen und sagen „Hey Leute fahrt doch mal mit dem Bus. Gebt der Sache mal eine Chance“. Eine selbst erfüllte Prophezeiung nach dem Motto „Das ist eine sinnlose Nummer“ bringt uns nicht weiter. Deswegen die Bitte an alle. Gebt der Sache eine Chance, betrachtet die Dinge die jetzt laufen und nutzt den Bus. Dann evaluieren wir mal ein paar Monaten oder Jahren.

Mit der Umsetzung des Modellvorhabens soll, so die Hoffnung, ein wichtiger Beitrag zur Vernetzung der Landkreis mit den urbanen Zentren geleistet werden. Auch soll der Lückenschluss für zahlreiche Pendler, Touristen und Einwohner an das S-Bahn-Netz erfüllt sein. Dafür muss aber an einigen Stellen der Fahrplan wohl nochmals angepasst werden.

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