13. Muldental-Triathlon

Schon am Samstagabend warf der Muldental-Triathlon seine Schatten voraus. Leipziger-, Colditzer- und Lange Straße um nur einige zu nennen, waren schon mit Absperrband versehen und auch Sperrschilder und Absperrungen standen für Sonntagmorgen bereit, um schnell mit letzten Handgriffen alles notwendig zu tun, damit die ersten Sportler_Innen der Bundesliga starten konnten. Ihnen folgte 11 Uhr die Triathlon-Regionalliga bevor dann um 12 Uhr die deutsche Frauen-Triathlon-Elite im Rahmen ihrer Deutschen Meisterschaften mit der Schwimmstrecke über 750 m in der Mulde starteten. Von Anbeginn lagen die Athleten dicht beieinander. Als Favoriten wurden hier bei den Damen Laura Lindemann, Anja Knapp und Sophia Saller genannt. Letztendlich schaffte es dann tatsächlich nur Laura Lindemann mit einer Zeit von 1:04‘11 aufs Siegertreppchen. Platz zwei ging an Emma Jeffcoat mit 1:04‘21 und Platz 3 an Emmie Charayron bei einer Zeit von 1:04‘25. Anja Knapp lag mit 1:05‘14 zur knapp dahinter und musste sich mit Platz 5 zufriedengeben.

Teilnehmer stärkster Wettkampf war der enviaM-light und Bike24-Team-Triathlon und zugleich Publikumsmagnet. Keinen wundert es, kennt man doch die Sportler aus der Region. Mit dabei unter anderem Max Poschart von der OEWA, Weltmeister im Flossenschwimmen oder auch der junge Ingenieur des Unternehmens, Martin Moisel, der bei den europäischen Betriebssportspielen in Gent schon einige Medaillen geholt hat. Doch dieser Lauf des 13. Muldental-Triathlon sollte anders sein. Nach gutem Start auf die Schwimmstrecke – und nur geringen Ausfällen von Teilnehmern, wie sagte einer der Betroffenen „es passt nicht immer“ – wurde auch der Umstieg aufs Rad mit Bravur absolviert. An der Wechselstelle vom Rad zum Lauf war dann das Chaos perfekt.

Ein Delegierter der Deutsch Triathlon Union hat eigenmächtig und ohne Absprache mit dem Veranstalter kurz vor 14 Uhr die Radstrecke für alle Teilnehmer des enviaM-light und Bike24 Team Triathlon gesperrt und diese zur Wechselzone zurückgeleitet. Das hatte die Disqualifikation der Beteiligten zur Folge. Einige ließen sich davon nicht beeindrucken, machten unbeirrt weiter, andere gaben auf. „Diese Entscheidung können wir nicht tolerieren.“, teilte der sportliche Leiter Matthias Vogel am Montag in einer Stellungnahme mit. Eine zeitliche Überschneidung mit dem folgenden Lauf der Bundesliga sieht er, im Gegensatz zum Delegierten nicht. Ebenso verurteilt er die überhebliche Art des Delegierten und die Bezeichnung der Helfer als „Dilettanten“. Eine offizielle Beschwerde bei der deutschen Triathlon Union soll folgen. Entschuldigende Worte fanden der Gesamtleiter des Muldental-Triathlon Hans-Peter Bischoff und der sportlichen Leiter Matthias Vogel schon zur Siegerehrung und wiederholten mehrfach, nicht für den Abbruch verantwortlich zu sein. Beide wünschen sich, dass diese Veranstaltung im Einklang mit den Deutschen Meisterschaften läuft.

Hans-Peter Bischoff – Gesamtleiter des Muldental-Triathlon

Dafür haben wir ein Jahr gearbeitet. Wir haben aber auch ein Jahr lang gearbeitet, dass die Jedermänner wieder ihren Wettkampf in Grimma haben und wir hätten uns riesig gefreut, wenn dieser Wettkampf im Einklang mit den deutschen Meisterschaften stattgefunden hätte. Das konnte er leider nicht, weil es Entscheidungen gab die nicht von uns getroffen worden sind und in die wir auch nicht involviert waren. Das möchte ich hier klar und deutlich sagen. Wir finden das schade!

Das sollte, nein so etwas darf nicht passieren. Zumindest nicht, wenn keine Wetterwidrigkeiten, Unfälle oder ähnliches auftreten. Egal ob als Einzelstarter wie Oberbürgermeister Matthias Berger oder als Teams wie das InjoyMED Grimma, die Stadtverwaltung oder das der OEWA, die alle Sportler auch mit mehreren Wasserstellen entlang der Laufstrecke versorgten. Für alle ist das eine herbe Enttäuschung. Aber gerade hinter diesen Sportlern stehen Leute aus der Region, sei es als Sponsor oder die vielen Helfer, ohne die, wie immer wieder betont wird, solch eine Großveranstaltung bei einem Mix aus Amateuren und Profis, gar nicht zu stemmen wäre. Selbst bei den Siegerehrungen wurde dieser Abbruch immer wieder zum Thema und selbst das Kampfgericht war sich wohl selbst nicht so sicher bei der Bewertung.

Doch auch die Leistungen der Herren bei den Deutschen Meisterschaften wollen wir nicht außen vor lassen. Hier erfüllten zwei der Favoriten die Erwartungen, die im Vorfeld ihnen ausgesprochen wurden. Platz 1 ging mit 57:38‘55 an Justus Nieschlag vom EJOT Team TV Buschhütten, welcher bereits Deutscher Meister 2016 war. Platz 2 ging an seinen Teamkollegen Jonathan Zipf bei einer Zeit von 57:49‘80 und Platz 3 ging Jonas Breinlinger vom Kiolog I Team bei 58:34‘34. Es hätte der perfekte Triathlon werden können, so war er leider bei vielen Teilnehmern des Jedermann-Laufes durch den Abbruch überschattet. Bleibt zu hoffen, dass sich dieses Ereignis nicht negativ auf den Triathlon im nächsten Jahr auswirkt. Den dafür ist die Meisterschaft der Junioren in der Muldestadt geplant.

von Marina Mönig

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