Integrationskonferenz in Grimma

Mit der Konferenz zur Stärkung des Ehrenamtes in der Flüchtlingshilfe im Raum Muldental wurde am 16. September in Grimma in die Rote Schule geladen.

Martina Querner, Koordinatorin Integration & Asyl Landkreis Leipzig:

2016 sind an den Asylkoordinator von Borna Geflüchtete selbst zugekommen und haben gesagt, dass sie gerne Veranstaltungen hätten, wo sie an Informationen herankommen können. Wie zum Beispiel zum alltäglichen Leben, also das was sie sozusagen brauchen, um sich in Deutschland zurecht zu finden. Dann hat sich eine Organisation gefunden, die das 2016 in Borna durchgeführt hat. Die Veranstaltung ist sehr gut von den Teilnehmern angenommen worden und dann haben wir beschlossen, dass wir das auch für den Muldentalkreis, also den ehemaligen Muldentalkreis einfach auch dieses Jahr anbieten wollen, um auch die Menschen, die hier wohnen zu erreichen. Wir haben dann eine Vorbereitungsgruppe gegründet, zu der wir Akteure – hauptamtlich oder ehrenamtlich – eingeladen haben und haben besprochen, ob sie den Bedarf dafür sehen. Das wurde bejaht, worauf wir uns auf den Weg gemacht haben, eine solche Veranstaltung zu organisieren.

Organisiert wurde die Veranstaltung von den Integrationskoordinatoren des Landkreises, die über den Freistaat Sachsen und die Richtlinie Integrative Maßnahmen finanziert wurden. Dazu konnte das Bildungs- und Sozialwerk Muldental als Träger hinzugewonnen und mit diesem über die Lokale Partnerschaft für Demokratie Fördermittel beantragt werden.

Ronny Kriz, Projektkoordinator Lokale Partnerschaft für Demokratie:

Die Lokale Partnerschaft für Demokratie fördert den Tag heute, weil es wichtig ist, das Ehrenamt zu stärken, gerade auch die Ehrenamtlichen, die in der Flüchtlingsarbeit tätig sind. Denen wollen wir noch einmal Informationen in die Hand zu geben. Das machen wir heute in gebündelter Form in der Roten Schule in Grimma.

Die Räumlichkeiten der Roten Schule wurden vom Kultusamt und dem BSZ bereitgestellt. Weitere Unterstützung gab es durch eine Vorbereitungsgruppe aus Vereinen und Initiativen.

Das Grundkonzept der Veranstaltung in Borna mit Vorträgen, Messe und Sprachmittlern wurde übernommen und erweitert. Für jede Sprachgruppe gab es zentrale Vorträge zu den Themen Prävention bei Gewalt, Verbraucherrecht, Gesundheitsvorsorge speziell für Frauen sowie zu Banken/ Konto und Geld. Neben den Vorträgen gab es eine Messe mit einer Vielzahl an Ausstellern im Innen- und Außenbereich. Neben dem DRK Muldental, der Agentur für Arbeit, der Kontaktstelle Wohnen und der VHS vervollständigten viele weitere Institutionen und Vereine die Messe und standen für Fragen der Geflüchteten und Ehrenamtler bereit. Eine Vielzahl an Ehrenamtlern fand sich an diesem Tag ein, die diesen auch zum Vernetzen nutzten. Informationen und Anregungen für die Arbeit und die alltäglichen Probleme dabei konnten gewonnen werden.

Birgit Kilian, Vorsitzende Borsdorf-hilft! e.V.

Die alltäglichen Probleme sind die, dass viele bereit sind, sich zu integrieren, dass viele sich ganz stark bemühen – mit Deutschkursen oder mit der Teilnahme an unseren Veranstaltungen. Sie erleben aber ein bisschen Perspektivlosigkeit. Und wir hoffen natürlich, durch unser Engagement und durch unsere Begeisterung, Leute zum Hierbleiben zu bewegen. Sie möchten gerne bleiben, doch viele werden abgeschoben und das ist ein bisschen dramatisch.

Neben Vertretern aus Borsdorf kamen aus dem gesamten Landkreis Ehrenamtliche, worauf der Hauptfokus der Organisatoren lag.

Martina Querner, Koordinatorin Integration & Asyl Landkreis Leipzig:

Die Hauptzielgruppe sind sozusagen die Ehrenamtlichen. Uns ist sehr bewusst, dass ohne sie in den letzten Jahren vieles nicht geklappt hätte. Deswegen haben wir die Konferenz auch „Konferenz zur Stärkung des Ehrenamtes in der Flüchtlingshilfe im Raum Muldental“ genannt. Das ist der offizielle Titel der Veranstaltung. Wir haben uns gesagt, sie brauchen die Informationen, sie brauchen die Unterstützung und auch die Wertschätzung ihrer Arbeit. Aber natürlich sind auch die Geflüchteten selbst Zielgruppe. Da ist es auch vollkommen egal, ob mit oder ohne Anerkennung oder auf welchen Weg mit Migrationshintergrund sie in Deutschland wohnen.

Die Veranstaltung konnte ein gutes Bild über die Integration in der Praxis vermitteln und verschiedene Zielgruppen mit Angeboten zusammenbringen. Wie diese angenommen werden und was die Ehrenamtler beschäftigt, darüber machte sich auch Ines Lüpfert, zweite Beigeordnete im LK Leipzig, zuständig unter anderem für das Sozial- und Ausländeramt ein Bild. Für sie verlief die Veranstaltung erfolgreich.

Ines Lüpfert, Beigeordnete Landkreis Leipzig:

Das ist eine sehr bunte Veranstaltung mit ganz vielen Themensetzungen, die jemandem, der neu nach Deutschland kommt, begegnen, sodass man sich hier gut austauschen kann. Es gibt viele Sprachmittler, man bekommt in vertiefenden Arbeitsgruppen oder Workshops auch nochmal einen vertiefenden Eindruck. Ich denke, das ist eine sehr gelungene Veranstaltung.

Mit der Konferenz wird eine gute Vorlage für die Interkulturelle Woche gegeben, die nun bevorsteht.

Ronny Kriz, Projektkoordinator Lokale Partnerschaft für Demokratie:

Die Interkulturelle Woche startet am 23.09. in Brandis. Wir haben ganz viele Veranstaltungen und laden alle recht herzlich ein, diese im Landkreis Leipzig zu besuchen. Informationen gibt es unter www.demokratie-leben-lkl.de

Die Koordinierungsgruppe bedankt sich sehr für die erfolgreiche Zusammenarbeit mit BSW als Kooperationspartner und der Vorbereitungsgruppe für die wertvollen Hinweise in der Vorbereitung, die Bewerbung und Unterstützung. Am Ende des Tages konnte ein positives Feedback gezogen werden.

Martina Querner, Koordinatorin Integration & Asyl Landkreis Leipzig:

Ich bin sehr zufrieden. Man hat ja immer so ein bisschen die Angst „Kommen zu viele oder kommt gar keiner?“. Ich würde denken, es kommt gut an. Wir haben auch schon gemerkt, dass es bei manchen Sachen ein bisschen gehapert hat. Das muss man natürlich abstellen, da muss man im Nachhinein schauen, wie man das vielleicht beim nächsten Mal besser machen kann. Aber so das erste Feedback, welches wir von den Teilnehmern bekommen haben ist positiv und deswegen sind wir erstmal sehr froh wie es abgelaufen ist.

Das Feedback war positiv, eine Fortsetzung im kommenden Jahr kann folgen!

Astrid Sonntag

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