Stadionneubau Grimma : Jetzt weicht die Lust dem Frust

Dass der Stadionneubau in Grimma Thema bleiben wird, hatte die LINKE stets befürchtet. Diese Befürchtung hat sich nunmehr schneller bewahrheitet als erwartet. „Es spricht für ein seltsames Demokratieverständnis auf beiden Seiten, wenn Herr Pape Absprachen mit dem Bürgermeister für verbindlich hält, die unter vier Augen getroffen worden sind“, kritisiert LINKEN-Stadträtin Kerstin Köditz. „Entscheidend sind die Beschlüsse des Stadtrates und nicht private Zusagen des Oberbürgermeisters. Und im Stadtrat stand nie zur Debatte, dass mit dem Bau des REWE-Marktes erst begonnen wird, wenn das neue Stadion fertiggestellt ist.“ Der enge Zeitrahmen, den der Fördermittelbescheid vorgebe, mache ein solches Vorgehen ohnehin unrealistisch. Die LINKE verstehe die Kritik an der nunmehr vorgesehenen Zuschauerkapazität sehr gut. Die Reduzierung des Fassungsvermögens werde gravierende finanzielle und sportliche Nachteile nach sich ziehen. „Aber auch bezüglich dieses Punktes gibt es keine entsprechende Beschlusslage des Stadtrates. In der Demokratie gelten ebenso Spielregeln wie im Sport. Der sinnvolle Ansprechpartner für den Verein wären die Fraktionen gewesen und nicht lediglich der OBM.“

„Als LINKE betrachten wir es als Schande, dass die Eltern durch die Umsetzung des Projektes nun zusätzlich belastet werden. Und das obwohl die Stadt schon im vergangenen Jahr die Vereinsförderung für Jugendarbeit um 50 Prozent gekürzt hat“, ergänzt Fraktionskollegin Dr. Sabine Krahnert. „Wir hatten von jeher Bedenken bezüglich der Ausgestaltung des Projektes und deshalb eine Petition an den Sächsischen Landtag initiiert. Dadurch ist es immerhin gelungen, die Überdachung der Sitzplatztribüne zu erhalten, die laut Fördermittelbescheid ursprünglich zurückgebaut werden sollte.“ Unter dem öffentlichen Druck habe offenbar die Stadt in diesem Punkt mit dem Freistaat Sachsen nachverhandelt. „Es ist allerdings typisch für das Demokratieverständnis der Stadtverwaltung, dass Öffentlichkeit und Stadtrat nicht über Stand und Ergebnisse dieser Verhandlungen informiert worden sind.“

Die angesprochene Petition, die von mehreren hundert Bürgern unterstützt worden war, sei inzwischen vom Petitionsausschuss des Sächsischen Landtages abschließend beraten worden. Die Mehrheit von CDU, SPD, Grünen und AfD lehnte die Forderungen ab; nur die LINKE widersprach dem.

Pressemeldung – Die Linke Ortsverband Grimma/Colditz

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