Besonders schwerer Fall des Landfriedensbruchs

Symbolbild
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Wurzen. In der Silvesternacht musste die Polizei Ermittlungen wegen des besonders schweren Falls des Landfriedensbruchs einleiten, wobei sich der dafür ausschlaggebende Ablauf nach bisherigem Erkenntnisstand wie nachfolgend dargestellt zutrug. Während zwei Männer (20, 31) und eine Frau (30) vor einem Wohnhaus der Karl-Liebknecht-Straße das neue Jahr mit Feuerwerk begrüßten, erschien plötzlich eine etwa 20-köpfige, teils vermummte Gruppe und attackierten sie. Hierbei wurde dem 20-Jährigen – vermutlich unter Verwendung eines Schlagrings o. ä. – gegen den Kopf geschlagen, wodurch er kurzzeitig ohne Bewusstsein war. Die drei Angegriffenen konnten sich in die Wohnung der beiden älteren Geschädigten flüchten und hören, wie die Täter hernach die Haustür aufbrachen und im Hausflur/Treppenaufgang wüteten. Schließlich standen sie vor der Wohnungstür und zerstörten deren Verglasung. Danach verließen die Angreifer den Ort und liefen in Richtung Wettinerplatz davon. Als sie dort kurz nach 01:00 Uhr von einer Streifenwagenbesatzung gestoppt wurden, ergriff die Mehrzahl der Personen die Flucht. Ein kleiner Teil der Gruppe (3 Personen) versuchte allerdings, beide Beamte (m/w) mit Faustschlägen zu treffen, bevor sie ihren Kumpanen folgten. Nach fußläufiger Verfolgung gelang es im Zusammenwirken mit weiteren Kollegen, sieben Tatverdächtige an der Karl-Marx-Straße zu stellen. Jene verhielten sich sehr aggressiv und gingen schlagend sowie tretend auf die Beamten los. Erst der mehrfache Einsatz von Reizgas brach die Attacken der Jugendlichen/Heranwachsenden im Alter von 15 bis 19 Jahren. Sie wurden auf dem Boden abgelegt, mittels Handfesseln fixiert und wenig später zum Polizeistandort Wurzen verbracht. Nach erkennungsdienstlichen Maßnahmen waren sie wieder in Freiheit zu entlassen, wenngleich dies für einige aufgrund des Alters als Übergabe an Erziehungsberechtigte erfolgen musste. Zudem konnten im Laufe des 1. Januar vier weitere Tatverdächtige (15, 17, 18, 18) identifiziert werden. Alle derzeit bekannten Beteiligten sind deutscher Herkunft und – mit Ausnahme des 20-jährigen und aus Leipzig stammenden Geschädigten – sämtlich im Raum Grimma/Wurzen wohnhaft. Die Hintergründe der Tat bzw. die Motivation der Tatverdächtigen sind noch unklar und Gegenstand der weiteren Ermittlungen.

Die Polizei sucht Zeugen, denen die Gruppe vor und nach dem Tatgeschehen im Stadtgebiet Wurzen aufgefallen ist, die Hinweise zur Identität weiterer Tatverdächtiger geben oder sonst sachdienliche Angaben machen können. Zeugen wenden sich hierfür bitte an die Kriminalpolizeiinspektion Leipzig, Dimitroffstraße 1 – 5, 04107 Leipzig, Tel. (0341) 9664 6666.

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