Sicherheitslage für die Polizeidirektion Leipzig – Kriminalstatistik 2018

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Die Polizeidirektion Leipzig wies im Jahr 2018 mit 98.754 Fällen wiederum ein geringeres Straftatenniveau als im Vorjahr auf (2017: 105.907 Fälle; -6,8 Prozent bzw. -7.153 Fälle). Auf 100.000 Einwohner entfielen 9.516 Straftaten (Vorjahr: 10.226 Straftaten). Die Aufklärungsquote betrug 49,6 Prozent, was eine Zunahme um 1,7 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr darstellt. Insgesamt wurden 30.322 Täter zu 49.006 aufgeklärten Fällen ermittelt.

Für die kreisfreie Stadt Leipzig wurden 72.045 Fälle (Vorjahr: 79.383 Fälle; bzw. -9,2 Prozent) erfasst. Mit 46,8 Prozent fiel die Aufklärungsquote bei abnehmenden Fallzahlen höher als im Vorjahr (45,4 Prozent) aus.

Für den Landkreis Leipzig (14.180 Fälle) sanken die registrierten Fälle um 2,2 Prozent (Vorjahr: 14.493 Fälle). Im Landkreis Nordsachsen (12.529 Fälle) stieg die Anzahl der registrierten Fälle um 4,1 Prozent (Vorjahr: 12.031 Fälle). Im Landkreis Leipzig erhöhte sich die Aufklärungsquote auf 55,7 Prozent (Vorjahr: 54,2 Prozent), im Landkreis Nordsachsen stieg sie auf 59,1 Prozent (Vorjahr: 56,8 Prozent).

Kriminalitätsentwicklung Diebstahlsdelikte
Die Diebstahlskriminalität sank direktionsweit auf 47.770 Fälle (Vorjahr: 54.529 Fälle); ihr Anteil an der Gesamtkriminalität betrug 48,4 Prozent. Abnehmende Fallzahlen waren für Diebstahlsdelikte bei Fahrraddiebstahl zu verzeichnen (von 11.752 Fällen in 2017 auf 10.699 Fälle in 2018 bzw. -9,0 Prozent; bei sachsenweit 18.988 Fahrraddiebstählen wurde dennoch mehr als jeder zweite Fahrraddiebstahl im Freistaat Sachsen im Dienstbezirk der PD Leipzig registriert). Beim Diebstahl in/aus Wohnungen (von 2.826 in 2017 auf 2.543 Fälle in 2018, bzw. – 10,0 %) ist ein erheblicher Rückgang der Fallzahlen zu verzeichnen. Dies gilt auch für den Diebstahl von Kfz (von 737 Fällen in 2017 auf 679 Fälle in 2018 bzw. -7,9%) und den Diebstahl an/aus Kfz (von 7.001 Fällen in 2017 auf 6.335 Fälle in 2018 bzw. -9,5%).

Auch regional entwickelte sich die Eigentumskriminalität insgesamt rückläufig:
Die abnehmenden Fallzahlen entfielen zum größeren Teil auf die kreisfreie Stadt Leipzig (-6.040 Fälle), aber auch auf die Landkreise Nordsachsen (-108 Fälle) und Leipzig (-611 Fälle).

Kriminalitätsentwicklung Sachbeschädigungsdelikte
Mit 9.656 Fällen wurden im Jahr 2018 geringfügig weniger Fälle (-228) zur Anzeige gebracht als 2017. Schwerpunktfeld innerhalb der Deliktsgruppe blieben Sachbeschädigungen durch Graffiti mit 3.044 (Vorjahr: 3.356) Fällen.

Kriminalitätsentwicklung Rohheitsdelikte/Straftaten gegen die persönliche Freiheit
Auf diese Obergruppe entfiel auch 2018 mit insgesamt 10.663 Fällen in etwa jedes zehnte Delikt, wobei hier eine Zunahme von 370 Fällen zu verzeichnen war. Diese verteilte sich im Wesentlichen wie folgt: Raub/räuberische Erpressung/räuberischer Angriff auf Kraftfahrer (+33 Fälle; von 632 [2017] auf 665 [2018] Fälle), gefährliche/schwere Körperverletzung (+84 Fälle), Nötigung (+82 Fälle), Bedrohung (+61 Fälle), und Stalking (+56 Fälle).

Kriminalitätsentwicklung Vermögens- und Fälschungsdelikte
Auch die Vermögens- und Fälschungsdelikte waren insgesamt rückläufig (14.431 Fälle; Abnahme um 1.320 Fälle bzw. -8,4 Prozent). Innerhalb der Deliktsgruppe waren insbesondere
rückläufig die Leistungserschleichung (-432 Fälle), der sonstige Warenkreditbetrug (-294 Fälle), und insbesondere Betrugsdelikte mit rechtswidrig erlangten unbaren Zahlungsmitteln (-445 Fälle). Bei Letzterem handelt es sich um einen Kriminalitätsbereich, der kaum existent wäre, wenn das PIN-Verfahren für derartige Geldtransaktionen verbindlich eingeführt würde.

Kriminalitätsentwicklung Rauschgiftdelikte
Mit 3.684 Fällen waren im Jahr 2018 insgesamt 369 Fälle mehr als im Vorjahreszeitraum festzustellen (+11,1 Prozent). Die Zunahme entfiel maßgeblich auf die Betäubungsmittel Cannabis und Zubereitungen.

Insgesamt zehn Rauschgifttote (gegenüber fünf Rauschgifttoten im Vorjahr) und die anhaltend hohen Sicherstellungsmengen verdeutlichen den polizeilichen Handlungsbedarf.

Tatverdächtige
Im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Leipzig wurden im vergangenen Jahr 30.322 Tatverdächtige und damit 460 weniger als im Jahr 2017 ermittelt. Die Anzahl nichtdeutscher Tatverdächtiger betrug 8.802 und mithin 90 (+1,0 Prozent) mehr als im Vorjahreszeitraum. Hiervon wurden 2.991 nichtdeutsche Tatverdächtige wegen ausländerrechtlicher Delikte registriert (Vorjahr: 2.948).

Polizeipräsident Torsten Schultze:
„Die für 2018 vorliegende Polizeiliche Kriminalstatistik weist mit 98.754 Fällen nicht nur den niedrigsten Stand der letzten Jahre aus, sondern lässt auch einen insgesamt rückläufigen
Trend erkennen. Dies und die angestiegene Aufklärungsquote sind angesichts einer stetigen Bevölkerungszunahme, welche grundsätzlich eine andere Entwicklung der Kriminalitätslage erwarten ließe, besonders positiv zu bewertende Fakten.

Die in der Vergangenheit vorgenommenen Änderungen der inhaltlichen Befassung zu Straftaten, beispielsweise die weitgehend gebündelte Bearbeitung eines Tatverdächtigen bei einem Sachbearbeiter, der verstärkte Rückgriff auf Auswertungsmöglichkeiten oder die auch mit Hilfsangeboten unterlegte Fokussierung auf jugendliche und erwachsene
Intensivtäter, scheinen ebenso zu greifen, wie es für die Vernetzung und Kooperation mit externen Partnern sowie Schritte der Justiz gilt. Denn die aus beschleunigten Verfahren und der vehementeren Verfolgung von Bagatellkriminalität erwachsende Abschreckung wirkt sich nicht minder auf polizeiliche Präsenz, Auftragsdichte und Interventionszeiten aus, als es der personell-zeitliche Ausbau kommunaler Ordnungsdienste oder die mit Industrie, Handwerk, ÖPNV oder Kommunalebene erarbeiteten und gelebten Maßnahmen der Kriminalprävention tun.

Wenngleich die Polizei in diesen Belangen stets maßgeblich mitwirkt, sind sinkende Fallzahlen dennoch kein allein ihr zuzuschreibender Verdienst. Ich bedanke mich daher herzlich bei allen Partnern, die sich in die regionale Sicherheitsarchitektur einbringen. Letztlich bleiben die objektive Sicherheitslage und das subjektive Sicherheitsgefühl auch künftig stark von diesem Engagement abhängig.

Auch wenn die Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik ein Stück weit optimistisch stimmen, stellen sie kein Ruhekissen dar – das Gesamtniveau ist weiterhin sehr hoch. Außerdem
stehen quantitativen Schwerpunkten, gerade der Eigentumskriminalität, qualitative, weil das Sicherheitsempfinden besonders beeinträchtigende Delikte der Gewaltkriminalität
gegenüber. Daraus erwachsen insgesamt das Erfordernis und der Ansporn, den eingeschlagenen Weg konsequent und unter konzeptionell-strategischer Ausrichtung weiter zu verfolgen. Hierfür spielt selbstredend auch der ab diesem Jahr spürbar werdende und in naher Zukunft noch deutlicher ausfallende Personalzuwachs eine tragende Rolle.“

PM Polizeidirektion Leipzig

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