Quo vadis Grimma? AfD Wahlveranstaltung und Gegendemonstrationen spalten die Stadt

Der 09. August sollte ein veranstaltungsreicher Tag in Grimma werden. Die AfD lud zur Wahlveranstaltung, die SPD, Grüne und Linke zum Sommerfest der Demokratie und ein Demonstrationszug des Aktionsnetzwerkes „Leipzig nimmt Platz“ hatte sich ebenso angekündigt. Kein gutes Omen für die Abendveranstaltungen zeichnete sich bereits am Morgen am Rathaus ab. Dieses wurde beschmiert, um ein Zeichen gegen den Auftritt von Thüringens AfD-Chef Björn Höcke zu setzen, mit dem sich der AfD-Kreisverband am Abend Unterstützung holen wollte. Gegen 17 Uhr startete das Sommerfest des „Bündnis für Demokratie“. Diese wollten sich klar gegen die AfD-Politik positionieren und stellten ein buntes Programm mit Lesungen, Redebeiträgen und musikalischen Einlagen auf die Beine.

Währenddessen sich der Marktplatz langsam füllte, erreichte der Demonstrationszug aus Leipzig den Grimmaer Bahnhof. Dort angekommen wurden Ansprachen gehalten. Denn Höcke solle nicht die Bühne überlassen werden, vor allem nicht in Grimma. Vom Bahnhof aus setzen sich die etwa 100 Angereisten aus Leipzig und von weiter her friedlich in Richtung Marktplatz in Bewegung.

Am Markt angekommen, eröffnete Michael Eichhorn, Mitglied des Landesvorstandes der Linken das Fest nun offiziell (O-Ton siehe Video). Prominente Verstärkung erhielten sie durch Sebastian Krumbiegel. Mit seinen Liedern äußert er klare Botschaften. Hoffnung, Barmherzigkeit, Humanität – das sind neben vielen anderen – Dinge, worum es geht, für die er ein Leben lang gerade steht. Er kritisiert die in den letzten Jahren immer deutlicher werdenden Bewegungen entgegen dieser Motive (O-Ton siehe Video).

Währenddessen versammelten sich auf der anderen Seite des Marktplatzes immer mehr Anhänger der AfD, die auf die Ankunft von Björn Höcke warteten. Der Rathaussaal war zu dieser Zeit mit ca. 200 Personen bereits voll. Höcke wurde freudig von den Anwesenden empfangen und hielt vor dem Saal eine erste kurze Ansprache (O-Ton siehe Video). Im Raum richtete sich der AfD-Landtagskandidat Jörg Dornau mit seinen Zielen an die Teilnehmer und erhielt dafür großen Zuspruch. Unterstützt wurde er von Bundestagsabgeordneten Jens Maier, der dies hier nicht als AfD-Wahlveranstaltung, sondern als patriotisches Fest sieht. Er kündigte dann auch Björn Höcke als Star an. Und als dieser wurde er auch empfangen. In seiner einstündigen Ansprache traf er den Nerv der Zuschauer. Er möchte die Nation erhalten, diese ist der einzige Ort, an dem die Demokratie wirklich gelebt werden kann. Deutschland solle auch in Zukunft noch erkennbar sein, die Politik muss klar an den deutschen Interessen ausgerichtet sein. Er sieht einen gesellschaftlichen Klimawandel, dem er und die AfD sich klar entgegenstellen wollen. Klar auch mit dem Ziel von 30% zur Landtagswahl in Sachsen. Er wolle eine Zukunft für Deutschland.

Dem widersprechen auch die 250 Personen auf der anderen Seite des Rathauses nicht, deren Veranstaltung mit dem friedlichen Abzug des Demonstrationszuges in Richtung Bahnhof endete. Fraglich bleibt das Wie.

Alles in allem blieb es in Grimma friedlich, auch weil die Polizei sowie zahlreiche Mitarbeiter der Stadtverwaltung präsent waren.

Es liegt nun am Wähler, wem das Vertrauen für unsere Politik gegeben wird. In den vergangenen Jahren hat sich viel angestaut. Veränderungen müssen her. Inwieweit nun diese Zukunft für Deutschland, speziell in Sachsen gestaltet werden soll, mit welchen Ideen und welchen Motiven, mit Unmut oder Zuversicht, entscheidet sich am 01. September.

Astrid Sonntag


Am Montag trafen wir Matthias Berger, der uns spontan seine Sicht auf die Dinge schilderte:

https://youtu.be/VfwAxOpYWio

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