Kurzarbeitergeld – die wichtigsten Infos für Unternehmen – Muldental TV

Kurzarbeitergeld – die wichtigsten Infos für Unternehmen

„Kurzarbeitergeld sichert Beschäftigung und vermeidet dadurch Arbeitslosigkeit. Es soll den Verdienstausfall zumindest teilweise wieder ausgleichen. In Anbetracht der gegenwärtigen Ausnahmesituation ist Kurzarbeit damit ein wichtiges Mittel, um die wirtschaftliche Situation nicht zusätzlich zu schwächen“, erklärte Arbeitsagenturchefin Cordula Hartrampf-Hirschberg.
 
Bernd Günther, Vorsitzender des Verwaltungsausschusses der Agentur für Arbeit Oschatz, wirbt: „Arbeitgeber sollten das Kurzarbeitergeld “als Schutzschirm für die Arbeitswelt“ nutzen, damit Menschen in Arbeit und Unternehmen am Markt bleiben. Die Arbeitslosenversicherung hat in den letzten Jahren Rücklagen aufgebaut, die jetzt eingesetzt werden können. Hier vertraue ich der Arbeitsagentur, die hohe Zahl von Anträgen fachkompetent, schnell und unbürokratisch zu bearbeiten“, erklärt Bernd Günther, der gleichzeitig auch Bezirksvorsitzender der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt ist.
 
Die wichtigsten Infos zum Thema Kurzarbeit auf einen Blick:
Zunächst müssen die Arbeitgeber Kurzarbeit bei ihrer zuständigen Arbeitsagentur anzeigen. Die Voraussetzungen für eine Inanspruchnahme werden geprüft, dann entscheidet die Arbeitsagentur über Bewilligung oder Ablehnung. Ist die Anzeige bewilligt, kann der Betrieb das Kurzarbeitergeld für den jeweiligen Kalendermonat beantragen. Die konkreten Ansprüche werden berechnet und nachträglich überwiesen. Das heißt: Der Arbeitgeber zahlt zunächst das Geld an seine Mitarbeiter aus und erhält es nachträglich von der Bundesagentur.
Erklärvideo zur Beantragung von Kurzarbeitergeld: https://www.arbeitsagentur.de/unternehmen/finanziell/kurzarbeitergeld-video.
 
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?
Es muss einen erheblichen Arbeitsausfall vorliegen, der zu einem Entgeltausfall führt. Dieser Arbeitsausfall muss auf wirtschaftliche Gründe (fehlende Folgeaufträge, Roh-stoff- oder Absatzmangel) oder ein unabwendbares Ereignis (Hochwasser, behördli-che Anweisungen im Kontext des Corona-Virus) beruhen. Der Arbeitsausfall muss auch unvermeidbar und von vorübergehender Natur sein. Der Entgeltausfall muss jeweils mehr als zehn Prozent des monatlichen Bruttoarbeitsentgelts betragen.
 
Wie ordnet sich der Corona-Virus ein?
Im Fall des Corona-Virus kann das zum Beispiel der Fall sein, wenn Lieferungen ausbleiben (wirtschaftliche Ursachen) und dadurch die Arbeitszeit verringert wird. Aber auch staatliche Schutzmaßnahmen (zum Beispiel Anordnung des Gesundheitsamtes stellen ein unabwendbares Ereignis dar) können dafür sorgen, dass der Betrieb vorübergehend geschlossen wird und dadurch ein Entgeltausfall für die Arbeitnehmer entsteht.
 
Für welche Mitarbeiter im Unternehmen kann Kurzarbeitergeld gezahlt werden?
Der Arbeitsausfall kann für die versicherungspflichtig Beschäftigten (egal ob Voll- oder Teilzeitbeschäftigte) und für die Zeitarbeiter übernommen werden.
 
Wer muss es beantragen und wo?
Erst die Anzeige! Nutzen Sie am besten das Onlineformular unter https://www.arbeitsagentur.de/datei/anzeige-kug101_ba013134.pdf.
Kurzarbeitergeld muss vor einem Arbeitsausfall vom Arbeitgeber bei der Agentur für Arbeit angezeigt werden, wo auch der Betriebssitz ist – das idealerweise elektronisch über den eService (www.arbeitsagentur.de). Für eine Beratung stehen die Mitarbeiter aus dem Arbeitgeberservice (0800 4 555520) zur Verfügung. Erst anschließend – nach der Anzeige – kann das Kurzarbeitergeld für den jeweiligen Arbeitsausfall be-antragt bzw. abgerechnet werden.
 
Wie hoch ist das Kurzarbeitergeld?
Kurzarbeitergeld entspricht etwa der Höhe des Arbeitslosengeldes und liegt damit bei rund 60 Prozent des ausgefallenen Nettoentgelts. Lebt mindestens ein Kind mit im Haushalt, beträgt das Kurzarbeitergeld etwa 67 Prozent des ausgefallenen Nettos.
Kurzarbeitergeld selbst ausrechnen:
– Tabelle zur Berechnung des Kurzarbeitergeldes (Kug) https://www.arbeitsagentur.de/datei/KUG050-2016_ba014803.pdf
 
Was ist mit den Beiträgen zur Sozialversicherung?
Arbeitgeber bekommen durch die Neuregelungen des Kurzarbeitergeldes die Sozialversicherungsbeiträge in voller Höhe (Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil) erstattet.
 
Welche Unterlagen werden benötigt / sind vom Arbeitgeber?
– Anzeige über den Arbeitsausfall
– Begründung zum Arbeitsausfall
– Gewerbeanmeldung
– Vereinbarung mit dem Betriebsrat oder der Einverständniserklärung der von Kurzarbeit beschäftigen Arbeitnehmerinnen/ Arbeitnehmer
 
Wie geht es weiter?
Nach Einreichung der Anzeige erhält der Arbeitgeber eine Grundsatzentscheidung von der Agentur für Arbeit. Wird diesem entsprochen, kann der Arbeitgeber den Ausfall berechnen. Vom Arbeitgeber wird das Entgelt für die geleisteten Arbeitsstunden sowie der Ausfall der nicht geleisteten Arbeitsstunden berechnet. Mit einem Leistungsantrag und den Abrechnungslisten sind die Ausfälle und Entgelte aller betroffenen Arbeitnehmer innerhalb von drei Monaten bei der zuständigen Agentur für Arbeit einzureichen.
 
Wie lange dauert die Antragsbearbeitung?
Die Operativen Services der Arbeitsagenturen nehmen ihren Job sehr erst. Sie setzen alles daran, die Antragstellung und Antragbearbeitung so schnell und möglichst unbürokratisch wie möglich abzuwickeln. Eine personelle Aufstockung ist dabei selbstverständlich.
 
Wie lange kann Kurzarbeitergeld bezogen werden?
Kurzarbeitergeld kann maximal für zwölf Monate bezogen werden. Wird die Bezugsdauer für mehr als drei Monate unterbrochen, bedarf es einer erneuten Anzeige.
 
Was passiert bei einem 100%igen Arbeitsausfall mit Entgeltausfall?
Ob der Arbeitsausfall Stunden, Tage oder sogar Wochen umfasst, richtet sich nach der Auftragslage und den Vereinbarungen im Unternehmen. Bei der „Kurzarbeit null“ beträgt der Arbeitsausfall 100 Prozent, das heißt die Arbeit wird für eine vorübergehende Zeit vollständig eingestellt. Auch bei vollständigem Arbeitsausfall gibt es das Kurzarbeitergeld.
 
PM – Agentur für Arbeit Oschatz

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