Göschenhaus sagt Termine bis Ende Mai ab – Muldental TV

Göschenhaus sagt Termine bis Ende Mai ab

Grimma. Vor 225 Jahre kaufte Georg Joachim Göschen einen Sommersitz im heutigen Grimmaer Stadtteil Hohnstädt. Das Anwesen war da bereits rund 250 Jahre alt und wurde bis zu Göschens Kauf rein landwirtschaftlich genutzt. Nun folgten der Umbau des Haupthauses und das Anlegen eines klassizistischen Gartens. Neben der Bewirtschaftung des Hofes und der umliegenden Ländereien, für die ein Wirtschafter verpflichtet wurde, konnte Göschen von diesem Zeitpunkt an auch Besuch gebührend empfangen. Schon bald wurde das „Göschenhaus“ ein beliebter Treffpunkt und Besucher aus nah und fern verbrachten hier eine gute Zeit im Kreise der Familie des Verlegers.

Das daraus entstandene Museum Göschenhaus steht bis heute dafür, Gäste herzlich begrüßen zu können und ihnen mit großem Engagement von Göschen, Seume und von der einmaligen Anlage berichten zu dürfen. Doch auch in den letzten Jahrhunderten war Göschens Idylle immer wieder von dunklen Wolken umgeben, in der Regel militärische Auseinandersetzungen, die dem ehemaligen Pferdnergut zusetzten. 2020 ist es ein kleines Virus, das große Probleme bereitet: aus der COVID-19-Pandemie (bzw. Coronavirus-Pandemie) ist längst eine Corona-Krise geworden. Das öffentliche Leben steht mehr oder weniger still und wir sind angewiesen auf die Aussagen der Wissenschaftler und der Mediziner, die alles daran setzen, diese Krise unserer Gesundheit zu meistern. Die wirtschaftlichen Folgen sind nur zu erahnen und die Politik – auf Bundes- und Landesebene sowie bei Landkreisen und Kommunen – arbeitet hart daran, Lösungen zu schaffen, damit wir weiterhin in „Lohn und Brot“ stehen können.

Auch das Kulturleben steht derzeit still, andere Dinge sind erst einmal wichtiger. Trotzdem ist es für die Museumsleitung schon deprimierend, wenn die Tore geschlossen sind. Kultur lebt vom Austausch und vom Miteinander, Kultur kennt keine Grenzen und Barrieren, Kultur ist primär ein offenes System. Dass ausgerechnet ein Virus eine Globalisierung ausnutzt, die in der Kultur schon immer mitgedacht wird, ist tragisch für alle, die für Kultur leben.

Das Museum Göschenhaus muss leider alle Veranstaltungen bis zum Ende Mai 2020 absagen, darunter auch den ersten Teil unseres Göschenhaus-Jubiläums „Ein Haus mit Geschichte – 225 Jahre Göschenhaus“.

Betroffen sind folgende Veranstaltungen:

  1. FERIEN IM MUSEUM am 15. April 2020
  2. Doppelausstellung ab 9. Mai
  3. Ausstellungseröffnung am 9. Mai
  4. Vortrag am 13. Mai
  5. DICHTER LESEN AM KAMIN am 16. Mai
  6. MUSEUMSFEST am 17. Mai

Besonders die Absage des Museumsfestes schmerzt, da hier schon viel Energie durch das Göschenhaus-Team eingebracht wurde. Doch auch hier gilt: die Gesundheit geht vor.

Wie es im Juni weitergeht, ob etwa auch das Seume-Wochenende betroffen sein wird, wissen wir noch nicht – ich werde es Ihnen rechtzeitig mitteilen. Schon jetzt möchte ich Sie aber bitten: Bleiben Sie der Kultur und den Kulturinstitutionen auch nach Corona treu. Wir alle benötigen weiterhin Ihren Zuspruch, gerade, wenn sich die Gesamtlage wieder normalisiert, ganz im Sinne von August Strindberg (1849-1912): „Die ganze Kultur ist eine große, endlose Zusammenarbeit.“

PM – Thorsten Bolte (Museum Göschenhaus)

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