Arbeitsmarkt – März 2020 – Muldental TV

Arbeitsmarkt – März 2020

Arbeitslosigkeit im März zurückgegangen – Auswirkungen der Corona-Krise zeitversetzt darstellbar – Betriebe zeigen vermehrt Kurzarbeit an – Zunehmend Arbeitslosmeldungen – Neu: telefonische Meldungen. „Wir sind weiter für unsere Kundinnen und Kunden da – nur anders“, erklärte Agenturchefin Cordula Hartrampf-Hirschberg bei ihrer monatlichen Arbeitsmarkteinschätzung.

Die an sich für den Monat März guten Arbeitsmarktzahlen wurden angesichts der Corona-Krise in den Hintergrund gerückt. Grund ist der statistische Zahltag. „Monatszahlen werden zur Monatsmitte an einem bestimmten Stichtag ermittelt. Die aktuellen Entwicklungen am Arbeitsmarkt sind folglich darin noch nicht berücksichtigt.“
Seit 18. März haben bundesweit alle Arbeitsagenturen geschlossen. „Diese Maßnahme war notwendig, damit Menschen und Mitarbeiter geschützt werden.“ Parallel sind weitere Kontaktwege aufgebaut worden, beispielsweise mit der Rufnummer 03435/980400 eine weitere lokale Servicenummer. Bis auf weiteres ist die Arbeitslosmeldung telefonisch möglich. Sanktionen sind in Anbetracht der Ausnahmesituation nahezu ausgesetzt. „Wir wollen helfen“, bringt es die Agenturchefin auf den Punkt. Vorrang, so Cordula Hartrampf-Hirschberg weiter, habe in den nächsten Wochen und Monaten vor allem die Leistungsgewährung. Die Zahl der Bezieher von Kurzarbeitergeld werde sich potenzieren. „Auch das Jobcenter Nordsachsen ist erstmals für persönliche Kontakte geschlossen, jedoch weiterhin für unsere Kundinnen und Kunden erreichbar. Unter der neu eingerichteten Hotline 03435 980444 helfen unsere Mitarbeitenden gern weiter. Auch für uns zählt in den nächsten Wochen und Monaten die Sicherstellung der pünktlichen Leistungsgewährung. Dazu haben wir uns so aufgestellt, dass wir schnell und dynamisch unsere Arbeit an den Entwicklungen ausrichten können.“ schätzt Ricardo Donat, Geschäftsführer des Jobcenter Nordsachsen, ein.
Insgesamt waren zum Stichtag im März 13.411 Personen bei den Dienststellen der Agentur für Arbeit und den beiden Jobcentern der Landkreise Leipzig und Nordsachsen arbeitslos gemeldet. Das sind 609 Personen bzw. 4,3 Prozent weniger als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr ging die Arbeitslosigkeit um 803 Personen bzw. 5,6 Prozent zurück.
Die Arbeitslosenquote nahm im März um 0,2 Prozentpunkte auf 5,6 Prozent ab. Vor einem Jahr verzeichnete der Agenturbezirk eine Arbeitslosenquote von 5,9 Prozent. 1.071 zuvor Arbeitslose konnten im März eine neue Beschäftigung aufnehmen. Das sind 148 Arbeitsaufnahmen bzw. 12,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Insgesamt 937 Personen meldeten sich im März nach einem Beschäftigungsende arbeitslos. Das entspricht dem Niveau des Vorjahres. Die Unternehmen meldeten im März 749 Stellen an den gemeinsamen Arbeitgeberservice von Agentur und Jobcenter Nordsachsen zur Besetzung Damit nahm die Zahl der neuen Stellenofferten zum Vormonat um 78 Stellen bzw. rund zehn Prozent ab. Gegenüber dem Vorjahr waren im aktuellen Monat 160 Stellenzugänge bzw. 17,6 Prozent weniger zu verzeichnen. Der Großteil der neuen Stellenangebote kam aus der Zeitarbeit (167 Stellen), dem verarbeitenden Gewerbe (112), dem Handel (105), dem Bau (50) sowie dem Bereich Gesundheit/Soziales (50). Der aktuelle Stellenbestand ist im März um 97 Stellen bzw. 2,7 Prozent auf 3.480 Stellen zurückgegangen und bewegt sich damit weiter auf hohem Niveau. Ende des Monats standen insgesamt 389 Stellen bzw. 10,1 Prozent weniger Stellen für die Besetzung zur Verfügung als im Vorjahr. Neben der Arbeitslosigkeit weist die Agentur für Arbeit regelmäßig die sog. Unterbeschäftigung aus, bei der beispielsweise auch die Teilnehmer an Arbeitsmarktmaßnahmen einschließlich zweitem Arbeitsmarkt und Weiterbildungen sowie arbeitslos gemeldete Personen, die kurzzeitig erkrankt sind, einbezogen werden. Im März lag die Unterbeschäftigung im Agenturbezirk bei 18.130 Personen. Das sind 379 Personen weniger als im Februar bzw. 938 Personen weniger als im Vorjahr. Die Unterbeschäftigungsquote lag im März bei 7,4 Prozent (Vorjahr 7,7 Prozent). 

Grafik: Agentur für Arbeit Oschatz

Arbeitslosigkeit im Landkreis Leipzig ging zurück

Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Leipzig ist im März um 416 Personen bzw. 5,7 Prozent auf 6.823 Personen zurückgegangen. Gegenüber dem Vorjahr nahm die Arbeitslosigkeit um 292 Personen bzw. 4,1 Prozent ab. Die Arbeitslosenquote ging im März um 0,3 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent (Vorjahr 5,3 Prozent) zurück. Von den insgesamt 6.823 arbeitslos registrierten Personen wurden 2.540 Frauen und Männer von der Arbeitsagentur (minus 181 zum Vormonat) und weitere 4.283 Personen vom kommunalen Jobcenter (minus 235) betreut. Das kommunale Jobcenter betreut im Landkreis die Empfänger von Arbeitslosengeld II und Sozialgeld.
565 Frauen und Männer konnten im März ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer neuen Beschäftigung beenden. Das sind rund ein Drittel mehr als im Februar bzw. etwa zehn Prozent weniger als vor einem Jahr. Für weitere 120 Personen begann eine Tätigkeit im Bereich des zweiten Arbeitsmarktes. Insgesamt 464 Personen mussten sich im gleichen Zeitraum nach einem Beschäftigungsende arbeitslos melden. Das entspricht jeweils dem Niveau des Vormonats bzw. Vorjahres. Für weitere 44 Personen endete eine Tätigkeit auf dem zweiten Arbeitsmarkt. 330 neue Stellen meldeten die Unternehmen im März dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit zur Besetzung. Das sind 93 Stellen bzw. etwa ein Fünftel weniger als im Vorjahr. Der Großteil der neuen Stellenofferten entfiel auf die Zeitarbeit (78 Stellen), das verarbeitende Gewerbe (52), den Handel (40) sowie den Bau (30).
Neben der Arbeitslosigkeit weist die Agentur für Arbeit regelmäßig die sog. Unterbeschäftigung aus, bei der beispielsweise auch die Teilnehmer an Arbeitsmarktmaßnahmen einschließlich zweitem Arbeitsmarkt und Weiterbildungen sowie arbeitslos gemeldete Personen, die kurzzeitig erkrankt sind, einbezogen werden. Im März lag die Unterbeschäftigung im Landkreis Leipzig bei 9.443 Personen. Das sind 231 Personen weniger als im Februar bzw. 511 Personen weniger als im Vorjahr. Die Unterbeschäftigungsquote lag im März bei 6,9 Prozent (Vorjahr 7,2 Prozent).
Die Zahl der Empfänger von Arbeitslosengeld II ist im März geringfügig um 78 Personen bzw. 0,8 Prozent zurückgegangen. Ende des Monats erhielten insgesamt 10.319 Menschen in 8.311 Bedarfsgemeinschaften die Grundsicherungsleistung. Innerhalb eines Jahres waren 1.057 Personen bzw. 9,3 Prozent weniger auf Arbeitslosengeld II angewiesen. Weitere 3.077 Personen erhielten im März Sozialgeld vom Jobcenter.

PM – Agentur für Arbeit Oschatz 

Sag's weiter!

Vielleicht gefällt dir auch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen